Ein_Neugeborenes
Klitzeklein
Die ersten Tage nach der Geburt

Im Krankenhaus

Niemand ist gern im Krankenhaus. Trotzdem hat es ein paar Vorteile, gerade am Anfang. Zum Beispiel musst Du nicht kochen, waschen oder putzen. Du kannst Dich ganz auf Deine Erholung und natürlich auf Dein Kind konzentrieren. Genieße die Möglichkeit – denn sobald Ihr entlassen seid, fallen zusätzlich zur Babybetreuung auch wieder die “alten” Aufgaben im Haushalt an.

Außerdem durchlebst Du in den ersten Tagen nach der Geburt verschiedene hormonelle und körperliche Veränderungen, für die es gut ist, eine Krankenschwester oder einen Arzt in der Nähe zu haben, Stichwort “Heultage” oder “Baby Blues”. Dieser entsteht manchmal, weil ca. 3 Tage nach der Geburt der Hormonspiegel absinkt und es zu einer kurzzeitigen seelischen Krise kommen kann.

Je nachdem, wie Deine Geburt individuell verlaufen ist – hattest Du zum Beispiel einen Kaiserschnitt oder einen Dammschnitt? – tritt jetzt auch die Heilphase dieser Geburtswunden sowie die Rückbildung der Gebärmutter und auch eventueller Wassereinlagerungen ein.

Dein ganzer Körper regeneriert sich, wahrscheinlich hast Du Rückenschmerzen, Unterleibsschmerzen, spürst deutlich den Beginn der Milchbildung in der Brust … all das ist kräftezehrend! Aber vor allem, wenn Du starke Schmerzen, Fieber oder Blutungen haben solltest, heißt es: sofort den Klingelknopf drücken und nach dem Krankenhauspersonal rufen.

Verläuft diese allererste Phase jedoch problemlos und hast Du genug Kraft und Zeit, solltest Du Dir im Krankenhaus von einer Hebamme zeigen lassen, wie man ein Baby wickelt, badet, den Nabel pflegt usw. Dafür sind Hebammen nämlich unter anderem auch da, nicht nur für die Geburtsbegleitung; scheu Dich also nicht zu fragen.

Dein Kind bekommt jetzt auch die sogenannte “U2”, also die zweite Vorsorgeuntersuchung. Die ist ganz normal und deutet nicht darauf hin, dass Deinem Baby etwas fehlt (daher “Vorsorge-“). Wenn Du irgendetwas nicht verstehst, sprich den Arzt oder die Schwester an und schau auch ins Vorsorgeheft Deines Kindes, um nachzulesen, was bei ihm überprüft worden ist und wie die Ergebnisse waren.


Aufgaben für Papa

Was macht eigentlich Papa, während Du im Wochenbett liegst? Kann der sich jetzt ausruhen und die Füße hochlegen, bis Frau/Freundin samt Baby nach Hause kommen? Mitnichten. Denn es gibt jede Menge zu tun. Zum Beispiel Behördengänge (juhuu, ja, das klingt nach “Spaß” … ist aber superwichtig) sowie andere Formalitäten.

So muss das Kind beim Standesamt, beim Einwohnermeldeamt und bei der Krankenkasse angemeldet werden. Wenn Ihr nicht verheiratet seid, müsst Ihr auch an die Vaterschaftsanerkennung denken. Außerdem muss das Elterngeld und gff. die Elternzeit beantragt werden.

Darüber hinaus kann es nicht schaden, den Haushalt auf die Ankunft des neuen Erdenbürgers vorzubereiten. Also alles noch mal einer gründlichen Reinigung unterziehen. Das sorgt für Hygiene und beruhigt außerdem geschwächte Nerven …

Das Tollste für Mutter und Kind ist natürlich, wenn der Papa sich spontan Urlaub nehmen und die erste Zeit mit seiner neuen Familie in vollen Zügen genießen kann. Tipp für alle frischgebackenen Väter: Mütter im Wochenbett freuen sich jetzt über kleine Aufmerksamkeiten (es dürfen natürlich auch größere sein):

Ein Blumenstrauß auf dem Nachttisch.

Ein Schmuckstück, das immer an die Geburt und das gemeinsame Kind erinnern wird.

Eine liebevoll zusammengestellte Playlist mit Meditationsmusik, die später beim Stillen oder Füttern eine sanfte Atmosphäre erzeugt … eigentlich ist es egal, so lange es von Herzen kommt und der Mutter Deines Kindes zeigt, dass Du an ihrer Seite stehst.


Endlich zuhause

Wohnungstür auf, Mama/Papa rein mit Kind und Babyschale, Wohnungstür zu. “Oh Gott. JETZT IST ALLES ANDERS ALS VORHER!!” So oder ähnlich haben schon zig Mütter und Väter vor Dir gedacht, und tröstet Euch, Ihr werdet nicht die Letzten sein.

Es ist total normal, Angst und Ehrfurcht davor zu haben, jetzt ganz allein für das kleine Bündel Mensch verantwortlich zu sein, das Ihr aus dem Krankenhaus mitgebracht habt. Dagegen gibt es leider auch kein Allheilmittel. Außer vielleicht das: Entspann Dich. Auch wenn das schwer ist.

Aber Babys nehmen unbewusst wahr, ob Mama/Papa gestresst, nervös oder ängstlich sind, und das überträgt sich auf sie. Um Dein Kind und Dich selbst zu beruhigen, kann es helfen, ein Einschlaflied zu singen oder leise zu ihm zu sprechen, während Du es auf dem Arm hast.

Versuche außerdem, die individuellen Gesichtsausdrücke und die Körpersprache Deines Kindes kennen zu lernen. Nach einer Weile wird es nicht mehr schwer sein, sie zu interpretieren. Im besten Fall weißt Du dann sofort, was los ist, wenn es mal zappelt, quietscht oder wimmert.

Du wirst es wahrscheinlich eh schnell lernen, aber zu guter Letzt noch ein ganz praktischer Tipp, ganz egal, ob es ums Wickeln, Stillen/Fläschchengeben oder Baden Deines Babys geht: Hab alles immer in Griffweite, denn Du wirst fortan ein “Einhänder” sein (weil eine Hand immer irgendwie am oder ums Baby ist).

Ja, das kann bedeuten, dass es für eine Zeit unordentlich bei Euch daheim aussehen wird. Aber wen kümmert’s? Dein Kind sicher nicht.


Guckguck, Oma ist da!

Manche frischgebackenen Mamas holen sich in den ersten Tagen gerne ihre eigene Mutter (oder wahlweise die Schwester, wenn diese bereits Kinder hat) nach Hause, um von deren Erfahrungen zu profitieren. Und natürlich auch für emotionalen Beistand. Anderen ist das zu viel Stress und Fremdeinmischung, und sie wollen lieber ganz alleine mit ihrem Baby sein. Beides ist total in Ordnung.

Ganz wichtig für die ersten Tage ist jedenfalls, dass Dein Baby seine Eltern und sein Zuhause in einer ruhigen, möglichst entspannten Atmosphäre kennen lernen kann. Es ist doch eh schon aufregend genug, plötzlich nicht mehr in Mamas Bauch zu sein!

Deswegen solltest Du Besuchern und Neugierigen klipp und klar sagen, wenn Du keine Lust darauf hast, dass sie unangekündigt vor der Tür stehen. So lieb man die eigenen Eltern bzw. Schwiegereltern hat – sie müssen respektieren, dass Ihr Euch in der neuen Situation erst mal zurechtfinden müsst. Konkrete Besuchstermine, an die sich dann auch von allen Seiten gehalten wird, sind eine gute Lösung.

Wer Dein Baby anfasst oder Entscheidungen für es trifft, bestimmst Du jedoch ganz allein. Du wirst überrascht sein, wie schnell Mamas lernen (müssen), deutlich “Nein” zu sagen! Vergiss aber nie, dass Du Dich auf gar keinen Fall deswegen schlecht fühlen musst. Du hast jetzt ein Kind. Es beschützen zu wollen, ist das Normalste und Schönste auf der Welt.


Hinterlasse uns einen Kommentar dazu – wir sind gespannt, was Du zu sagen hast.



*Welche Erfahrungen hast Du in den ersten Tagen nach der Geburt gemacht? 

*
Wolltest Du einfach nur schnell aus dem Krankenhaus nach Hause?

*
Hattest Du Angst vor der neuen Verantwortung?

*K
onntest Du Dich vor “guten” Ratschlägen kaum retten?


 




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