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Kindheit, ahoi!
Einzigartig, Folge 1: Warum es besonders ist, eine Schwester zu haben

Den Spruch „Blut ist dicker als Wasser“ finde ich eigentlich total bescheuert.

Man denke nur an zerstrittene Familien, die seit Jahren nicht miteinander reden, schwarze Schafe in der sonst so perfekten Familie und vieles mehr.

Trotzdem ist etwas Wahres dran.

Ich muss daran denken, wie meine Mutter meiner Schwester und mir immer wieder ans Herz gelegt hat, zusammenzuhalten, sich niemals von der Anderen abzuwenden. Wieso sie das stets so betont hat? Vielleicht, weil sie selbst als Einzelkind aufgewachsen ist? Vielleicht, weil sie trotzdem wusste, dass man zu zweit immer stärker ist als alleine, vielleicht, weil man zusammen durch dick und dünn gehen kann.

Und tatsächlich wüsste ich nicht, was ich ohne meine jüngere (aber größere!) Schwester machen würde.

Im Laufe der letzten Jahre sind wir fast zu besten Freundinnen geworden, besprechen banale oder aber auch komplizierte und aufwühlende Dinge.

Große Geschenke machen wir uns nicht wirklich – zumindest nicht im materiellen Sinne – sondern treffen uns lieber und unternehmen dann etwas Besonderes zusammen. Wir versuchen, die wenige und kostbare Zeit, die wir wegen verschiedenen Wohnorte haben, sinnvoll zu nutzen und sind dabei schon wahre Organisationstalente geworden.

So, wie es jetzt ist, war es aber nicht immer.

Wie fast jedes Schwesternpaar haben wir uns auch extrem gestritten, beneidet oder waren eifersüchtig aufeinander, vor allem, als wir noch sehr klein waren. Diese Rivalität scheint sich aber mit den Jahren verwachsen zu haben. Und seit wir erwachsen sind und nicht mehr daheim wohnen, können wir viel mehr miteinander anfangen.

In unserem Fall war es definitv so, dass die Distanz ein Gefühl des Vermissens und der Unvollständigkeit ohne die große/kleine Schwester ausgelöst hat.

Durch die Umstellung, vieles nur telefonisch zu bereden (auch Konflikte) und nicht mehr einfach ins Zimmer nebenan zu marschieren, schätzen wir die gemeinsame Zeit und uns in der Rolle als Schwester noch viel mehr.

Außerdem ist es einfach wunderbar, jemanden so gut zu kennen und so viele gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen zu haben. Schmunzelnd denke ich zurück an unzählige Nachmittage, an denen wir Höhlen aus Decken bauten, mit Barbies, Puppen und Duplo spielten (Lego und Playmobil gab es bei uns nicht – wir durften uns nur zwei aussuchen), im Wald Hütten mit herumliegenden Holz kreierten oder auf Bäume kletterten.

Wie schön, diese verschiedenen Etappen im Leben zusammen erfahren zu dürfen.

Zu allen anderen Gefühlen als Schwester gesellt sich jetzt vor allem auch Dankbarkeit. Und genau deswegen kann ich es kaum erwarten, mit meinem lieben Schwesterherz die nächste Etappe in unserem Leben anzusteuern.

Eure Lisa

Tipp: In unserer “Einzigartig”-Serie warten demnächst noch mehr Geschichten unserer Kollegen aus ihrem Familienalltag und ihrer Kindheit.

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